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Journalismus / Fotografie




Hoffnung einer ganzen Generation

Eine Reise durch Kapstadt, Südafrikas faszinierende Metropole, und das wunderschöne Umland

„The younger generation of black and white people are connecting with each other.“ Rodrig sitzt am Steuer seines hellgrauen Wagens, ein Foto seiner siebenjährigen Tochter in Sichtweite. In diesem einen Satz liegt die Hoffnung einer ganzen Generation, seiner Generation. Dieser zurückhaltende junge Mann mit seiner angenehmen Art fährt mit uns aus Kapstadt raus in Richtung Hermanus, der Hauptstadt Südafrikas, um Whale zu beobachten, vorbei an den Townships Langa und Khayelitsha, Kapstadts größtem.

Wo sind die mehr als eine Millionen Häuser geblieben, die Südafrikas Nationalheld Nelson Mandela seinen schwarzen Mitbürgern in seiner fünfjährigen Amtszeit (1994-1999) als erster schwarzer Präsident geschenkt hat, denke ich, als wir an der kilometerlangen Lawine aus Wellblechhütten aller Art vorbeifahren. Als ob Rodrig meinen Blick verfolgt und meine Gedanken lesen kann, erzählt er davon, dass damals viele Schwarze gekommen sind und immer noch kommen. „Sie möchten alle ein Haus geschenkt haben und hier wohnen. Es ist eben nicht für alle eins da.“

Kapstadt fasziniert mich, diese lebendige, quirlige Metropole am Kap mit dem spektakulären Tafelberg und so nah am wunderschönen Atlantik, wo sich in den Morgenstunden kleine und großen Delfine zärtlich miteinander tummeln und vor Lebensfreude immer wieder aus dem Wasser springen. Ich könnte stundenlang zuschauen, so friedvoll, so liebestoll. Um diese Jahreszeit mehr denn je, es ist Wintertime im Juni auf der Südhalbkugel, 20 Grad, Sonne, abends kühlt es ab auf meist 5-10 Grad, um 18 Uhr ist es dunkel.


Für alle Fans außergewöhnlicher Architektur

2009 hat mich Kapstadt gepackt, als ich beruflich in Südafrika unterwegs war, um „Beute“ in Form von Fotos und Texten für die Broschüre zum Thema „Abenteuerland Südafrika“ mit Schwerpunkt Wandern zu machen.

Ja, Kapstadt ist seitdem viel größer und touristischer geworden, das mittlerweile riesengroße, beeindruckende Hafenviertel V&A Waterfront mit zahlreichen Restaurants, Boutiquen und Food-Märkten ist kaum wiederzuerkennen. Auch der ehemalige Puma-Chef Jochen Zeitz hat sich dort mit dem Zeitz Museum of Contemporary Art Africa (kurz MOCAA) verewigt, ein tolles Gebäude für alle Fans von außergewöhnlicher Architektur – mit dem The Silo Hotel oben drüber. Kleiner Tipp: Hoch auf die Rooftop Bar fahren und Drink und Aussicht genießen.



„Wir haben Nelson Mandela alles zu verdanken. Er hat die Rassentrennung (Apartheid) in Südafrika friedlich beendet und gleiche Rechte und freie Wahlen für uns geschaffen“, sagt Rodrig stolz, in der gleichen ruhigen Art, als wir auf dem Weg ins malerische Franschhoek sind, eine Kleinstadt in den Cape Winelands, eingebettet in eine wunderschöne Bergwelt und weltberühmt für ihre Weingüter, erstklassigen Restaurants und historischen kapholländischen Gebäude.

Ich erzähle Rodrig von unserer geführten Township-Tour durch Langa, wie schockiert ich war über das Leben in Wellblechhütten zwischen Müll und Ratten, aber auch wie hoffnungsfroh über kleine Unternehmen, die in anderen Teilen des Townships entstehen, über Zusammenhalt und Gemeinschaft, über Häuser, wie wir sie kennen, Krankenhaus, Bibliothek, Polizei und Gemeindezentrum. Eindrücke, die lange bleiben werden.